Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Neuaufbau einer solidarischen, verlässlichen Alterssicherung
Probleme, Analysen und Konzepte
Leistungsproblem und Vertrauensschwund -Alterssicherung in der Krise
Das deutsche System der Alterssicherung befindet sich in einer tief greifenden Krise.
Es steht vor vorsorgungs-, finanzierungs-und ordnungspolitischen Problemen, die es mit seiner heutigen Struktur nicht bewältigen kann.
Und hier der komplette Text des IG-Metall Aufrufes vom 03.06.2008
Henry Ford sen. wusste es:
Daher schädigen Niedriglöhne und Lohnstagnation den realen Markt; ganz egal ob auf dem Binnen- oder dem Exportsektor.
Auf dem Binnenmarkt schnell und direkt, auf dem Exportmarkt zeitverzögert, entweder durch Lohnanpassung auf den Konkurrenzmärkten oder durch Wechselkursanpassung.
Die einzigen scheinbaren Gewinner sind die Geldmärkte, und die einzigen wahren Gewinner sind die schnellen Manager die sich nach einem kurzfristigen Engagement mit den Tantiemen aus dem Staube gemacht haben.
Die Anleger sind deshalb nur scheinbare Gewinner weil sich ihre Anlagen zwar in Zahlen, nicht aber in realem Wert erhöht haben. So etwas nennt man dann auch Inflation.
Daß eine gewisse Gruppe Menschen, die daran gut verdienen, dieses bejubeln, ist verständlich.
Daß sich aber auch jede Menge intelligenter Bürger auch noch von der vermeintlichen Notwendigkeit dieser Fehlentwicklung überzeugen ließen, ist nur durch die hervorragende psychologische Werbearbeit von Organisationen wie der INSM (Initiative soziale Marktwirtschaft) und mit dieser verbundener Institute zu erklären.
Deshalb sind Mindestlohn und angemessene Lohnerhöhungen nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch als volkswirtschaftlich notwendig angesagt.
Streikaktionen Einzelhandel Stuttgart:
Menschenkette und Flash Mob
Am 2. Februar begannen die Streikaktionen im Einzelhandel in Stuttgart gegen 12.00 Uhr mit einer Menschenkette. Über 1000 Menschen waren durch rote und weiße Bänder entlang der gesamten 1,3 km langen Königstraße vom Bahnhof bis zu dem neuen Streikbetrieb „Zara“ miteinander verbunden – GewerkschafterInnen vom Einzelhandel, vom Öffentlichen Dienst, aus der Metallbranche ..., junge AktivistInnen aus den Sozial- und antifaschistischen Bewegungen und viele andere.
Die anschließende Kundgebung auf dem Schlossplatz war geprägt von der neuen Streikkultur der vorwiegend jungen Belegschaften der Einzelhandelsbetriebe: kreativ, fetzig, kämpferisch, phantasievoll, lebenslustig, voll Schwung und Elan – mit selbst gedichteten Streikliedern, Sprechchören, umgedichteten Songs ….
Gemeinsam zogen wir zum bestreikten Kaufhof – dort gab es dann 2 Aktionen: eine vor dem Kaufhof – laut und bunt – wie die Kundgebung, um die KundInnen am reingehen zu hindern. Und im Kaufhof fanden mehrere Flash Mob-Aktionen mit fast 100 Streikunterstützern statt. Die Schuhabteilung war danach nur noch Chaos, kaum begehbar, und es wird sicher noch lange dauern, bis alle passenden Schuhmodelle und Schuhgrößen wieder richtig sortiert sind. VerkäuferInnen wurden von den Flashmobbern voll beschäftigt, so dass „echte“ KundInnen keine Chance hatten. An den Kassen gab es meterlange Schlangen – die Geldscheine waren groß, die Gespräche lang, die Sucherei nach dem Geldbeutel dauerte, die Umtauschrate war extrem hoch – schließlich wollten wir doch keine „Weltmeisterhüte“ mit nach Hause nehmen. In der Mäntelabteilung waren die Lederjacken (so ab 300 Euro aufwärts) die Begehrtesten, alle wollten sie anprobieren – und nicht nur eine. Ein Dutzend mussten es schon mindestens sein. Die Sicherheitsüberwachung piepte unüberhörbar durch die gesamte Abteilung. Die Umkleidekabinen in der Hemdenabteilung waren auch blockiert, schließlich mussten die sauber mit Nadeln zusammengesteckten Hemden sorgsam entnadelt und auseinandergefaltet werden und in den Kabinen kunstvoll angeordnet werden. Das dauert und die Schlangen wurden auch dort immer länger.
Das Personal wurde in diesen Abteilungen zusammengezogen, so dass in den anderen Abteilungen jede/r sich frei entfalten und seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte.
Der krönende Abschluss war dann ein gemeinsam verabredeter Abgang über die Rolltreppen – begleitet von einem gellenden Trillerpfeifenkonzert (die verdi-Pfeifen haben dafür einfach die richtige Tonlage). Der Kaufhof dröhnte von oben bis unten. Der Empfang der FlashmobberInnen am Ausgang durch den Beifall der Streikenden machte deutlich, dass dies eine erfolgreiche Streikunterstützungsaktion war. Alle waren von der Aktion begeistert, sie hat viel Spaß gemacht und wird die nächsten Wochen sicher öfter wiederholt werden.
Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften